{"id":1265,"date":"2016-11-01T14:39:00","date_gmt":"2016-11-01T13:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/daskulturforum.be\/?post_type=interviews&#038;p=1265"},"modified":"2021-05-10T13:11:04","modified_gmt":"2021-05-10T11:11:04","slug":"christoph-grafe","status":"publish","type":"interviews","link":"https:\/\/daskulturforum.be\/de\/interviews\/christoph-grafe\/","title":{"rendered":"Christoph Grafe"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vor einigen Jahren wurde Christoph Grafe, Leiter des Vlaams Architectuurinstituut (VAi) in Antwerpen. Sie denken vielleicht: Ein Deutscher als Leiter eines fl\u00e4mischen Architekturinstituts? Naja, eigentlich nicht wirklich ein Deutscher. Eher ein Bremer, vielleicht auch ein Amsterdamer und inzwischen schon &#8211; fast &#8211; ein Antwerpener. In diesem Interview, f\u00fcr unsere Reihe <em>Germans of Antwerp<\/em>, erz\u00e4hlt Christoph Grafe wie er&nbsp;<em>\u2019t Stad<\/em>&nbsp;als Architekt und Neu-Antwerpener erlebt. W\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs kommen unerwartete \u00dcberraschungen in Antwerpen, der einzigartige Charakter der Hafenstadt und die Anziehungskraft des \u201eweiten Himmels\u201c zur Sprache. Wir w\u00fcnschen viel Spa\u00df beim Lesen!<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-central-palette-8-color\">Interview <strong>Sarah De Rademaeker<\/strong> \u2013 \u00dcbersetzung <strong>Rebecca Johr<\/strong> \u2013 01|11|2016<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Wie sind Sie in Antwerpen gelandet?<\/span><strong><br><\/strong>Das ist eine kurze und eine lange Geschichte zugleich. Die kurze Variante ist einfach: Es gab hier eine offene Stelle als Leiter des Vlaamse Architectuurinstituut (VAi), ich habe mich beworben und wurde genommen. Die lange Variante ist etwas komplizierter: Aufgewachsen bin ich in Bremen, aber mit 20 bin ich zum Studium in die Niederlande gegangen. Bevor ich nach Antwerpen kam, hatte ich praktisch schon die H\u00e4lfte meines Lebens in den Niederlanden verbracht. Ich sprach also Niederl\u00e4ndisch, hatte fl\u00e4mische Freunde und war auch schon ein paar Mal hier gewesen. Das ist ganz anders als jemand, der direkt aus Deutschland, vor allem aus dem \u201aechten\u2018 Deutschland, nach Antwerpen kommt.<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Das echte Deutschland?&nbsp;<\/span><strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br><\/strong>Das echte Deutschland, das ist da, wo die Berge anfangen. (Lacht) Also so ab Osnabr\u00fcck, Hannover, da beginnt das echte Deutschland. Ja, das ist echt ein Unterschied!<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Warum?<\/span><strong><br><\/strong>Norddeutschland ist f\u00fcr mich landschaftlich eine Art Verl\u00e4ngerung der&nbsp;<em>Lage landen<\/em>. Au\u00dferdem wird die norddeutsche Kultur von den zwei Stadtstaaten Bremen und Hamburg dominiert: zwei sehr alten Hansest\u00e4dten, die immer unabh\u00e4ngig blieben und nie von einem K\u00f6nig oder F\u00fcrsten unterdr\u00fcckt wurden. Das hat die Menschen sehr gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Ich habe mir das Niederl\u00e4ndische selbst beigebracht, teils durchs Radio und teils durchs Selbststudium mit alten Schulb\u00fcchern.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Konnten Sie schon Niederl\u00e4ndisch als Sie mit dem Studium begonnen?<\/span><strong><br><\/strong>Ich habe mir das Niederl\u00e4ndische selbst beigebracht, teils durchs Radio und teils durchs Selbststudium mit alten Schulb\u00fcchern. Aber das Niederl\u00e4ndische ist nat\u00fcrlich nicht so schwierig f\u00fcr uns. Das Niederdeutsch, also die urspr\u00fcngliche Sprache Norddeutschlands, ist eigentlich so etwas wie die vergessene Schwester des Niederl\u00e4ndischen. Ein Gro\u00dfteil des Wortschatzes ist identisch.<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Sie wohnen jetzt in Antwerpen?<\/span><strong><br><\/strong>Ich habe eigentlich zwei Wohnsitze: einen hier in Antwerpen und den anderen in den Niederlanden, wo meine Kinder wohnen. Ich pendle zwischen den beiden.<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Und wie gef\u00e4llt ihnen das Wohnen in Antwerpen? Was fasziniert Sie?<br><\/span>Es ist sehr interessant, weil Antwerpen gleichzeitig eine Metropole und ein Dorf ist. Ich zum Beispiel wohne auf dem Mechelsesteenweg. Auf diesem kleinen St\u00fcck gibt es schon unglaubliche Kulturunterschiede, manchmal sogar innerhalb eines H\u00e4userblockes, sodass die Atmosph\u00e4re und die Einwohner von Stra\u00dfenzug zu Stra\u00dfenzug ganz unterschiedlich sind. Das ist ein gro\u00dfst\u00e4dtisches Ph\u00e4nomen, etwas das man mit New York oder London verbindet. Gleichzeitig ist Antwerpen aber auch sehr klein, \u00fcbersichtlich und ist alles schnell zu erreichen. Die Probleme einer wirklich gro\u00dfen Stadt hat man also eigentlich nicht. Als Architekt finde ich das sehr interessant.<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Und wie sehen Sie Antwerpen als Architekt?<\/span><strong><br><\/strong>Antwerpen hat eine reiche Geschichte und ein enormes Verm\u00e4chtnis. Vor allem aus dem 16. Jahrhundert, als Antwerpen eine der wichtigsten europ\u00e4ischen St\u00e4dte war und nat\u00fcrlich aus dem 19. Jahrhundert, als es eine Gro\u00dfstadt wurde, mit bedeutenden Projekten wie die Leien und der Cogels-Osylei. Interessant ist dabei sicherlich auch der Flu\u00df und die alte Hafeninfrastruktur, denn Antwerpen war ein Vorreiter in der Umstrukturierung und Neuentwicklung des alten Hafengebietes. Es gibt viele F\u00e4lle, bei denen diese Hafengebiete unglaublich langweilig sind, aber das ist in Antwerpen nicht der Fall. Man hat dort noch immer den alten Hafenflair. Dar\u00fcber hinaus hat Antwerpen jedoch auch gro\u00dfe Probleme: Die Ringfrage zum Beispiel, oder dass es sehr weinig Gr\u00fcn im Stadtzentrum gibt. Diese Herausforderungen lernte ich kennen, als ich zusammen mit bOb van Reeth Interimstadtbaumeister war.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Antwerpen hat jedoch auch erhebliche Probleme: Die Ringfrage zum Beispiel, oder dass es sehr weinig Gr\u00fcn im Stadtzentrum gibt.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong><br><\/strong><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Und konnten Sie Antwerpen schon ergr\u00fcnden?<\/span><strong><br><\/strong>Ich bin immer mit dem Fahrrad unterwegs und habe die Stadt so gut kennengelernt. Das war mir auch sehr wichtig, als ich hierherzog. Inzwischen gibt es kaum noch Stellen in Antwerpen, die ich nicht kenne!<strong><br><br><\/strong><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Gibt es Teile von Antwerpen, die Ihnen besonders gut gefallen?<\/span><strong><br><\/strong>Ich habe ein Schw\u00e4che f\u00fcr Linkeroever und seine Lage an der Schelde. Eigentlich f\u00fcr das ganze St\u00fcck entlang des Flusses bis zum Kasteel und Lillo. Aber Antwerpen hat noch viel mehr \u00dcberraschungen in petto, wie den Gr\u00fcng\u00fcrtel im Osten und im S\u00fcden der Stadt. Im Rivierenhof und den anderen Parks kann man die Geschichte der Hoven van Plaisance (Lusth\u00e4user) entdecken. Au\u00dferdem freut es mich immer, noch neue Entdeckungen machen zu k\u00f6nnen. Wenn man zum Beispiel in Hoboken ist und auf einmal merkt, dass es dort auch ein Stadtzentrum mit Marktplatz gibt. Und alles ist so nah: Innerhalb von f\u00fcnfzehn Minuten ist man immer wieder in der Innenstadt.<strong><br><br><\/strong><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Was sind Ihrer Meinung nach die architektonischen Schandflecken Antwerpens?<\/span><strong><br><\/strong>Die liegen insbesondere bei dem, was es nicht mehr gibt. Die Koninklijke Stapelhuizen zum Beispiel, oder die Nederlandse Schouwburg an der Kipdorpbrug. Die Leien k\u00f6nnten prunkvolle Boulevards sein, g\u00e4be es all die Geb\u00e4ude noch die dort abgerissen wurden. Es gab dort \u00fcbrigens wirklich einmal einen Boulevard, so \u00e4hnlich wie die Ringstra\u00dfe in Wien, wo sich das gesellschaftliche Leben abspielte. Ich denke, dass der Architektur des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts in Antwerpen lange Zeit zu wenig Beachtung geschenkt wurde.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Die Leien k\u00f6nnten prunkvolle Boulevards sein, g\u00e4be es all die Geb\u00e4ude noch die dort abgerissen wurden. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Wie ist es als Deutscher, oder Bremer oder Niederl\u00e4nder, das Vlaams Architectuurinstituut zu leiten? Ergeben sich daraus auch Spannungen?<\/span><strong><br><\/strong>Schon manchmal. Aber gleichzeitig ist es auch einfacher, so als Au\u00dfenstehender. Die innenbelgischen Spannungen zwischen den Gemeinschaften zum Beispiel geht irgendwie an einem vorbei. Bevor man diese in ihrer Komplexit\u00e4t verstanden hat, hat sich die Fragestellung schon wieder ver\u00e4ndert. Inzwischen kenne ich mich damit zwar etwas mehr aus und sollte mein Leben dadurch eigentlich etwas komplizierter geworden sein, aber ach, ich bin Bremer, uns bringt so leicht nichts aus der Fassung!<strong><br><br><\/strong><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Ist das typisch Bremisch?<\/span><strong><br><\/strong>Ja, wir Norddeutschen k\u00f6nnen halt gut relativieren! (Lacht.)<br><br><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Ist das denn ein Unterschied im Gegensatz zu den \u201aechten\u2018 Deutschen oder den Flamen?<\/span><br>Ich denke, dass meine Haltung, also eine gewisse Gelassenheit, aus der Kombination meiner norddeutschen Wurzeln und meiner Zeit in den Niederlanden entstanden ist. Im Allgemeinen hat mir das viel geholfen.<strong><br><br><\/strong><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Bekommen Sie manchmal noch die Gelegenheit Deutsch zu sprechen?<\/span><strong><br><\/strong>Ja, ich habe ja noch eine Professur an der Uni in Wuppertal, f\u00fcr Architekturgeschichte. Das mache ich jetzt seit drei Jahren, aber es kommt mir immer noch ein bisschen komisch vor. Ich bin jetzt seit drei\u00dfig Jahren in den Niederlanden, seit sechs Jahren in Flandern und jetzt auch wieder in Deutschland, wo mich meine deutschen Kollegen f\u00fcr einen Ausl\u00e4nder halten. Ich bin also eigentlich drei Mal Ausl\u00e4nder! (Lacht.)<strong><br><br><\/strong><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Ist es nicht seltsam, sich nirgendwo wirklich zu Hause zu f\u00fchlen?<\/span><strong><br><\/strong>Nein, das ist genau richtig so! (Lacht.)<br><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Vielleicht ist das ein wenig abergl\u00e4ubig, aber ich habe etwas gegen St\u00e4dte oder Regionen, die mehr als hundert Kilometer vom Meer entfernt sind. Wenn man zu weit weg von der K\u00fcste ist, dann verpasst man meiner Ansicht nach eine Art Austausch mit der Welt.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><br><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Ist es angenehm ab und zu ihre Muttersprache zu sprechen?<\/span><strong><br><\/strong>Ach, nicht wirklich. Wenn ich mich da so abm\u00fche vor den Studenten und nicht auf ein Wort kommen kann, dann benutze ich oft das englische oder niederl\u00e4ndische Wort. Auch bei deutschen Kollegen, die Niederl\u00e4ndisch verstehen, verwende ich einfach das niederl\u00e4ndische Wort.<strong><br><br><\/strong><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Gibt es trotzdem noch deutsche W\u00f6rter, die in Ihrer Meinung nach besser klingen? Oder rutscht Ihnen manchmal doch noch ein deutsches Wort heraus?<\/span><strong><br><\/strong>(Denkt lange nach) Das kommt auf den Kontext an. Es gibt deutsche W\u00f6rter, die ein Konzept implizieren, das es in anderen Sprachen nicht gibt. Zum Beispiel t\u00fcdeln ,das man ganz vielseitig einsetzen kann: man kann etwas auseinandert\u00fcdeln&nbsp; (entwirren) oder etwas vert\u00fcdeln (aus den Augen verlieren). Diese &#8211; \u00fcbrigens niederdeutschen &#8211; Verben beschreiben, ohne Hysterie, eine leichte Form der Verwirrung oder des nicht ganz ungewollten Kontrollverlustes. Oder Klookschieter, also Klugschei\u00dfer, einer der alles besser wei\u00df. Das denke ich manchmal von mir oder anderen. (Lacht) Aber umgekehrt gibt es auch niederl\u00e4ndische W\u00f6rter, die angenehmer klingen als ihre deutschen Pendants. Wie zum Beispiel <em>leedvermaak<\/em>, das klinkt gleich viel unschuldiger als <em>Schadenfreude<\/em>.<strong><br><br><\/strong><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Wenn Sie f\u00fcr immer nach Deutschland zur\u00fcckgehen w\u00fcrden, wohin w\u00e4re das dann?<\/span><strong><br><\/strong>Im Moment lehre ich in Nordrhein-Westfalen, das ich als eine Art Benelux+ empfinde, weil es so nah ist. Berlin zum Beispiel ist mir viel zu weit weg. K\u00f6ln w\u00e4re interessanter. Vielleicht ist das ein wenig abergl\u00e4ubig, aber ich habe etwas gegen St\u00e4dte oder Regionen, die mehr als hundert Kilometer vom Meer entfernt sind. Wenn man zu weit weg von der K\u00fcste ist, dann verpasst man meiner Ansicht nach eine Art Austausch mit der Welt. Deshalb m\u00f6chte ich nur in St\u00e4dten leben, die entweder an einem Fluss liegen oder in einer Hafenstadt. Die haben einfach eine besondere Atmosph\u00e4re. Als ich in London wohnte, war es meine Gewohnheit, jeden Tag ein St\u00fcck entlang der Themse zu radeln. Und in Antwerpen muss ich ab und zu auch zur Schelde: Das macht meinen Kopf frei.<br><strong><br><\/strong><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Gibt es Dinge, die Sie vermissen, wenn Sie lange nicht in Deutschland waren?<\/span><strong><br><\/strong>Ich merke, dass ich ein bis zweimal nach Norddeutschland muss. Wegen der Weite. Es gibt dort auch so eine platte Landschaft wie hier und in den Niederlanden, aber der norddeutsche Himmel ist viel weiter. Und wenn ich den ein paar Monate nicht gesehen habe, dann vermisse ich ihn. In Flandern hat man keinen Horizont.<strong><br><br><\/strong><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Und gibt es auch Dinge aus Flandern oder Antwerpen, die Sie vermissen, wenn Sie eine Zeit lang weg sind?<\/span><strong><br><\/strong>Nat\u00fcrlich. Eins davon ist der kulturelle Ehrgeiz der Flamen. Flamen interessieren sich sehr f\u00fcr Kultur und nehmen diese auch ernst. Flandern hat nicht ohne Grund eine der interessantesten kulturellen Landschaften Europas. Auch Menschen die nicht im Kultursektor arbeiten, setzen sich daf\u00fcr ein. Das ist etwas ganz Besonderes!<br><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Flandern hat nicht ohne Grund eine der interessantesten kulturellen Landschaften Europas. Auch Menschen die nicht im Kultursektor arbeiten, setzen sich daf\u00fcr ein. Das ist etwas ganz Besonderes!<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><br><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Ist das anders in Bremen oder Amsterdam?<\/span><strong><br><\/strong>Ich denke, dass die Niederl\u00e4nder in den letzten Jahren leider einen Gro\u00dfteil ihrer kulturellen Neugier verloren haben. Und die Norddeutschen muss man immer erst \u00fcberzeugen. Wenn sie dann jedoch Interesse haben, dann engagieren sie sich auch wirklich. Aber leider bestimmt ein gewisser Phlegmatismus die Kultur, \u00fcber den ich mich sehr \u00e4rgern kann. Das hat man in Flandern viel weniger und das macht es sehr attraktiv.<strong><br><br><\/strong><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">Wenn Sie sich f\u00fcr eine Stadt entscheiden m\u00fcssten, w\u00fcrden sie dann Antwerpen w\u00e4hlen?<\/span><strong><br><\/strong>Antwerpen w\u00fcrde auf jeden Fall ganz oben auf meiner Liste stehen. Aber ich m\u00f6chte mich nicht festlegen. Meiner Ansicht nach sollte man mit nur einer Person verheiratet sein, beim Wohnen aber sollte man mehrere Orte haben d\u00fcrfen.<strong><br><br><\/strong><span class=\"has-inline-color has-central-palette-3-color\">K\u00f6nnten Sie sich als Antwerpener f\u00fchlen?<\/span><strong><br><\/strong>Ich k\u00f6nnte mich als Antwerpener f\u00fchlen, aber echter Antwerpener werden ist noch einmal etwas anders. Ich glaube schon, dass man zum Beispiel Bremer werden kann, denn ein Stadtstaat wurde fast immer von Zugezogenen gegr\u00fcndet. Ich kann problemlos sagen: \u201eIch bin Amsterdamer.\u201c Denn auch wenn man in Amsterdam wohnt, kaum Niederl\u00e4ndisch spricht und von sich selbst sagt, man sei Amsterdamer, w\u00fcrde ein Amsterdamer immer antworten: \u201eKlar, willkommen im Club!\u201c Ich glaube an das Konzept des Stadtstaates. In einer Stadt kann jeder ankommen. Wahrscheinlich k\u00f6nnte ich auch sagen, dass ich Antwerpener bin. Auch wenn dann nicht alle Antwerpener das akzeptieren w\u00fcrden. Vielleicht sollte sich Antwerpen die Offenheit der anderen alten Stadtstaaten ein wenig mehr abgucken.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1260,"template":"","class_list":["post-1265","interviews","type-interviews","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/daskulturforum.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/interviews\/1265","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/daskulturforum.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/interviews"}],"about":[{"href":"https:\/\/daskulturforum.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/interviews"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/daskulturforum.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/interviews\/1265\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6908,"href":"https:\/\/daskulturforum.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/interviews\/1265\/revisions\/6908"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/daskulturforum.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1260"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/daskulturforum.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}