Zo 01/01/2017

# Esther Großhennig

(Nederlandstalige versie onderaan)

Anfang September verließ Esther Großhennig ihre Universitätsstadt Jena, um im Rahmen eines Erasmusprogramms auf dem Antwerpener Campus der KU Leuven Business Administration zu studieren. Nach einigen Monaten in Antwerpen möchten wir sie nach ihren ersten Erfahrungen über die belgische Hafenstadt fragen.

Ein Interview von Jeroen Segers & Aline Erauw (Fachschaft “Die Mannschaft”, KU Leuven) für dasKULTURforum.

Wie bist du in Antwerpen gelandet?
Im Rahmen meines Masterstudiums in Jena wollte ich am Erasmus-Programm teilnehmen. Meine erste Präferenz war die USA, wo jedoch nur Bachelors von unserer Uni angenommen werden. Die zweite war Belgien, und unsere Universität hat hier nur mit dem Antwerpener Campus der KU Leuven eine Partnerschaft.

Was war dein erster Eindruck von Antwerpen, als du hier angekommen bist?
Zuerst habe ich mit meinen Freunden belgisches Bier getrunken. (lacht) Ich habe inzwischen auch schon die Antwerpener Brauerei De Koninck besucht. Das belgische Bier ist viel stärker und auch süßer als das deutsche. Ich mag es lieber ein bisschen herber.

Konntest du Antwerpen schon ergründen?
Ja, und es gefällt mir hier. Ich mag das Nebeneinander von neu und alt in dieser Stadt. Ich bin auch ganz gerne am Hafen, wo ich regelmäßig an der Promenade entlang spaziere. Auf dem MAS-Museum hat man wirklich eine schöne Aussicht auf die Stadt.

Was für eine Wohnung hast du hier?
Ich habe mich für ein so genanntes “kot” entschieden. Da teile ich Küche und Badezimmer mit meinen MitbewohnerInnen. Im Unterschied zu einer deutschen Wohngemeinschaft (WG) gibt es hier in Belgien wenig “koten” mit einem gemeinsamen Wohnzimmer. Schade! Außerdem finde ich es echt verrückt, dass alle Studenten am Wochenende heimfahren. In Deutschland bleiben Studenten auch am Wochenende in ihrer Universitätsstadt. So herumfahren ist doch stressig?

Wie gefallen dir die Antwerpener?
Ich bin daran gewohnt, dass man in deutschen Geschäften immer “hallo” sagt, aber hier macht man das nicht. Das finde ich ziemlich komisch. Außerdem fragt kaum jemand spontan, ob man helfen kann. Es ist für mich als Deutsche komisch, gar keine Beratung zu kriegen, denn das gehört eigentlich zum Service. Im Allgemeinen finde ich die Belgier daher weniger spontan als die Deutschen.

Hältst du es für wichtig, hier in Antwerpen noch regelmäßig Deutsche zu treffen?
Nein, es geht mir vor allem darum, Leute aus anderen Ländern zu treffen und mich mit ihnen auszutauschen, was durch das Erasmus-Projekt sehr gut möglich ist. Allerdings freue ich mich jedes Mal, wenn ich auch einen anderen Deutschen treffe, weil man sich dann in seiner Muttersprache unterhalten kann. Aber das geht wahrscheinlich jedem so, der im Ausland lebt.

Konntest du schon Niederländisch vor deiner Anreise?
Nein, ich hatte vorher noch nie Niederländisch gesprochen. Meine Großeltern haben früher oft Plattdeutsch gesprochen, was ein bisschen wie Niederländisch klingt. Das konnte ich nur verstehen. Meine Großeltern haben zu “Kleider” zum Beispiel immer “Kleren” gesagt. Vor allem die Aussprache des “sch” finde ich schwierig; “schoenen” zum Beispiel. Ansonsten fällt mir auch der Unterschied zwischen dem “g” und dem “ch” schwer.

Besuchst du auch Kurse auf Niederländisch?
Ich besuche den Sprachkurs Niederländisch an der KU Leuven. Alle anderen Kurse, die ich besuche, sind auf Englisch.

Ist der Sprachkurs empfehlenswert?
Ja, ich finde den Sprachkurs sehr nützlich. Es ist eine einmalige Chance, Niederländisch zu lernen, weil ich im Studium kaum mit Niederländisch in Berührung komme. Ich erachte es auch für wichtig, die Landessprache zu erlernen, wenn man im Ausland lebt. Zumal ich aus Deutschland komme und die Sprache dadurch leichter erlerne als z.B. Italiener oder Spanier. Natürlich eröffnet mir der Sprachkurs für Anfänger nur begrenzte Chancen, auch Niederländisch im täglichen Leben zu praktizieren, aber ich versuche mit meinen MitbewohnerInnen Niederländisch zu reden, was mal mehr und mal weniger klappt.

Gibt es große Unterschiede zwischen den Kursen in Deutschland und den Kursen hier?
Ich glaube, hier ist es interaktiver. Man macht im Unterschied zu Deutschland auch ganz viel mit Gruppenarbeit, Präsentationen und Hausaufgaben. Man muss sich dafür treffen und da geht immer viel Zeit drauf. Das finde ich manchmal ein bisschen stressig. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass man hier das Gefühl hat, die Professoren persönlich anreden zu können. Das ist in Deutschland nicht so. Dort schreibt man normalerweise erst die Sekretärin des Professors an, danach leitet sie dich weiter. Das belgische System finde ich viel angenehmer!

Wie ist das Leben in deiner Universitätsstadt Jena?
Jena ist an sich gar nicht so schön. (lacht) Es ist eine typische Studentenstadt. Von den 100.000 Einwohnern sind 25.000 Studenten… Weil die Stadt klein ist, kann man auch alles zu Fuß erreichen.

Gibt es in Jena auch bestimmte Traditionen wie z.B. die Studententaufen in Belgien?
Studententaufen sind mir nicht bekannt, alle Studenteneinführungsveranstaltungen werden von der Universität organisiert. Allerdings gibt es andere merkwürdige Traditionen in Jena. So wird man z.B. nur ein anerkannter “Doktor”, wenn man nach Erhalt des Doktortitels es schafft, einen Blumenkranz um das Schwert des Hanfrieds (Denkmal zum Gedenken des Universitäts-Begründers auf dem Marktplatz) zu werfen. Eine andere Tradition ist, dass Jenaer Studenten wirklich niemals durch das Johannestor gehen, weil es Unglück für Klausuren brächte. Ich bin übrigens auch noch nie durch dieses Tor gegangen, weil ich befürchte, sonst Klausuren nicht zu bestehen. Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht!

Hast du eine Lieblingsstadt in Deutschland, und warum?
Hamburg. Berlin ist auch sehr schön, aber ich finde die Leute da sehr unfreundlich. Hamburg ist die Hansestadt schlechthin und der Kiez ist legendär. Außerdem ist die Speicherstadt (Lagerhauskomplex in Hamburg) wirklich ein Traum und insgesamt mag ich Hafenstädte sehr.

Zum Schluss: Würdest du ein Erasmussemester in Antwerpen empfehlen?
Ich würde Antwerpen jedem ans Herz legen, weil ich die Stadt wirklich großartig finde. Allerdings ist es eine persönliche Entscheidung in welcher Stadt man sein Erasmus-Semester/-Jahr absolviert! Ein Jahr ist meines Erachtens zu lang, weil es immer Schwierigkeiten für ausländische Studenten gibt, Kurse zu finden, die auch an der Universität daheim anerkannt werden. Wenn man sein Studium so schnell wie möglich abschließen möchte, ist es schwierig ein ganzes Jahr zu rechtfertigen, weil selbst ein Semester die Regelstudienzeit verlängert. Ich hatte Glück, weil die Uni Jena meinte, dass ich hier einen Masterabschluss erwerben kann. Das eröffnet die Möglichkeit eines zweiten Abschlusses im Ausland, was zudem meinen Lebenslauf verbessert.

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Begin september verliet Esther Großhennig haar universiteitsstad Jena om als Erasmusstudent op de Antwerpse campus van de KU Leuven Business Administration te studeren. Na enkele maanden in Antwerpen willen we graag peilen naar haar eerste ervaringen in de Belgische havenstad.

Een interview met Esther Großhennig, door Jeroen Segers en Aline Erauw (Fachschaft “Die Mannschaft”, KU Leuven) voor  dasKULTURforum.

Hoe ben je in Antwerpen terechtgekomen?
In het kader van mijn masteropleiding in Jena wilde ik graag aan het Erasmusprogramma deelnemen. Mijn eerste voorkeur ging uit naar de VS, maar daar worden enkel bachelorstudenten van onze universiteit toegelaten. Mijn tweede voorkeur was België, en mijn universiteit werkt daar enkel samen met de KU Leuven in Antwerpen.

Wat was je eerste indruk van Antwerpen toen je hier bent aangekomen?
Eerst en vooral heb ik met mijn vrienden Belgisch bier gedronken. (lacht) Ik heb ondertussen ook al een bezoek gebracht aan de Antwerpse Stadsbrouwerij De Koninck. Het Belgische bier is veel sterker en ook zoeter dan het Duitse. Ik ben meer voor bitter bier te vinden.

Heb je Antwerpen al kunnen doorgronden?
Ja, en het bevalt me hier. Ik hou van de combinatie van oude en nieuwe architectuur in deze stad. Ik ga ook heel graag naar de haven, waar ik dan over de promenade wandel. Op het MAS (Museum aan de Stroom) heb je een mooi uitzicht over de stad.

Wat voor verblijfplaats heb je hier?
Ik heb voor een kot gekozen waar ik de keuken en de badkamer met mijn kotgenoten deel. In tegenstelling tot een Duitse Wohngemeinschaft (WG) zijn er hier in België weinig koten met een gemeenschappelijke woonkamer. Jammer! Bovendien vind ik het gek dat alle studenten in het weekend naar huis gaan! In Duitsland blijven studenten ook in het weekend in hun universiteitsstad. Zoveel onderweg zijn is toch stresserend?

Wat vind je van de Antwerpenaren?
Ik ben het gewend dat Duitse winkeliers je altijd begroeten, maar hier doen ze dat niet. Dat vind ik een beetje raar. Bovendien vraagt bijna niemand spontaan of je hulp nodig hebt. Het is voor mij als Duitse vreemd om helemaal geen koopadvies te krijgen, want dat maakt eigenlijk deel uit van de service. Over het algemeen lijken de Belgen me daarom minder spontaan dan de Duitsers.

Vind je het belangrijk om met Duitsers hier in Antwerpen af te spreken?
Neen, ik vind het vooral belangrijk om mensen uit andere landen te leren kennen en met hen leuke dingen te doen, wat dankzij het Erasmusproject perfect mogelijk is. Toch vind ik het elke keer leuk wanneer ik een andere Duitser zie, omdat je dan nog eens je moedertaal kunt spreken. Maar dat geldt waarschijnlijk voor iedereen die in het buitenland verblijft.

Kende je al Nederlands voor je naar hier bent gekomen?
Neen, ik had nog nooit Nederlands gesproken. Mijn grootouders spraken vroeger wel vaak Platduits, wat een beetje zoals Nederlands klinkt. Ik kon het enkel verstaan. Mijn grootouders zeiden bijvoorbeeld in plaats van “Kleider” altijd “Kleren”. Vooral de uitspraak van de “sch”-klank, zoals in “schoenen” vind ik moeilijk. Verder heb ik ook moeite met het onderscheid tussen de “g” en de “ch”.

Volg je ook vakken in het Nederlands?
Ik volg de taalcursus Nederlands aan de KU Leuven. Alle andere vakken die ik volg, zijn in het Engels.

Is de taalcursus een aanrader?
Ja, ik vind de taalcursus heel nuttig. Het is een mooie kans om Nederlands te leren, want tijdens de reguliere lessen kom ik nauwelijks met het Nederlands in contact. Ik vind het ook belangrijk om de landstaal te leren wanneer je in het buitenland verblijft. Zeker omdat ik uit Duitsland kom en het Nederlands daardoor makkelijker onder de knie krijg dan bijvoorbeeld Italianen en Spanjaarden. Natuurlijk biedt de taalcursus voor beginners slechts een basis, maar ik probeer om met mijn kotgenoten Nederlands te spreken, wat de ene keer al wat beter lukt dan de andere keer.

Zijn er grote verschillen tussen de vakken in Duitsland en de vakken die je hier volgt?
Ik vind het onderwijs hier interactiever. In tegenstelling tot in Duitsland wordt hier vaker met groepswerken, presentaties en opdrachten gewerkt. Dat heeft zijn voor- en nadelen. Je moet bijvoorbeeld geregeld afspreken met andere studenten en daar verlies je veel tijd mee. Dat vind ik soms een beetje stresserend. Een ander verschil is dat je de professoren hier persoonlijk kunt aanspreken. Dat is in Duitsland niet het geval. Daar stuur je normaal gezien eerst een mailtje naar de secretaresse van de professor, waarna zij je naar de professor doorverwijst. De Belgische werkwijze vind ik veel aangenamer!

Hoe is het leven in je universiteitsstad Jena?
Jena is op zich helemaal geen mooie stad. (lacht) Het is een typische studentenstad. Van de 100.000 inwoners is een kwart student... Aangezien Jena een kleine stad is, is alles wel makkelijk te voet bereikbaar.
 
Heeft Jena ook bepaalde tradities zoals de studentendopen in België?
Studentendopen ken ik niet; alle introductie-activiteiten worden georganiseerd door de universiteit. Maar Jena heeft andere opmerkelijke tradities. Zo word je bijvoorbeeld enkel een erkende “doctor” als je er na je doctoraatsopleiding in slaagt om een bloemenkrans om het zwaard van Hanfried (nvdr: gedenkteken voor de stichter van de universiteit op het marktplein van Jena) te gooien. Een andere traditie is dat studenten in Jena nooit door het Johannestor mogen lopen, omdat dat bij de examens ongeluk zou brengen. Ik ben trouwens zelf ook nog nooit door de poort gestapt, omdat ik vrees dat ik anders nooit zal slagen voor mijn examens. Voorkomen is beter dan genezen!

Heb je een favoriete stad in Duitsland, en waarom?
Hamburg. Berlijn is ook heel mooi, maar ik vind de mensen daar heel onvriendelijk. Hamburg is de Hanzestad bij uitstek en de uitgaansbuurt is er legendarisch. Bovendien is de Speicherstadt (nvdr: complex van pakhuizen in de haven van Hamburg) een droom en over het algemeen hou ik echt van havensteden.

Om af te sluiten: zou je een Erasmusverblijf in Antwerpen aanbevelen?
Waar je je Erasmusverblijf doorbrengt, is natuurlijk een persoonlijke beslissing, maar ik kan Antwerpen alleen maar aanbevelen en zeggen dat de stad zeker een bezoekje waard is! Een jaar is volgens mij te lang, omdat het voor buitenlandse studenten altijd moeilijk is om vakken te vinden die ook aan hun thuisuniversiteit erkend worden. Als je zo snel mogelijk wilt afstuderen, is het moeilijk om een heel jaar te blijven, omdat zelfs één semester de voorziene studieduur verlengt. Ik had geluk omdat de universiteit van Jena vond dat ik hier in Antwerpen een masterdiploma kan behalen. Dat biedt de mogelijkheid van een tweede diploma in het buitenland, wat een extra troef is voor mijn cv.

Interview en vertaling: Jeroen Segers en Aline Erauw

- Studentin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
- 25 Jahre
- geboren in Veckenstedt
- wohnt für ein Jahr als Erasmusstudentin in Antwerpen

- studente Business Administration aan de Friedrich-Schiller-Universität Jena
- 25 jaar
- geboren in Veckenstedt
- woont gedurende 1 jaar als Erasmusstudente in Antwerpen